Wahlweise? Wähl weise! Das Armband Deiner Uhr

Ratgeber zur Auswahl des richtigen Materials für das Armband einer Uhr

Man ersäuft heutzutage gerade in Auswahlmöglichkeiten für das Armband einer Uhr. Neben Hightechmaterialien aus Formel 1 und Spaceshuttleforschung - Keramik und Titanium - gibts auch immernoch die Klassiker wie Edelstahl und Leder. Und jedes Material erfüllt verschiedene Anforderungen für verschiedene Leute. Aber ich brauch doch nur eine Uhr...? Perfekt: Hier gibts Aufklärung in 3 Minuten!

Intro

Was unterscheidet einen Segler, einen Taucher, einen Jogger, einen Clubgänger und einen Manager? Genau. Das Armband der Uhr. Und wieso? Nun, jeder hat andere Ansprüche an Sitz, Aussehen, Tragekomfort und Robustheit seiner Uhr. Und genau diese Punkte werden nicht zuletzt vom Armband bestimmt. Tatsächlich ist die Auswahl des Armbands ziemlich kriegsentscheidend bei der Uhrensuche. Einerseits klar aus ästhetischen Gründen: Die Uhr soll gut aussehen. Andererseits spielen aber noch andere Faktoren mit, welche entscheiden ob man auf lange Sicht glücklich mit seinem Zeitmesser wird. Ich habe die heißesten Kandidaten mal aufgezählt, und über Vor- und Nachteile der einzelnen Materialien geschrieben.

Edelstahl

Das gute alte Edelstahlarmband. Damit kann man eigentlich nix falsch machen. Die Vielfalt unter den Edelstahlarmbändern ist riesig: Matt, glänzend, mit Schliff, als Mesh-/Milanaisearmband oder in schwarz, gold- oder rosegoldfarben plattiert. Das heißt, die meisten goldfarbenen Uhren sind, sofern dies nicht anders angegeben ist, in der Regel plattierter Edelstahl. Das macht sie nicht unbedingt schlechter, die meisten Plattierungen sind sehr robust, und es gibt sogar die Möglichkeit die Plattierung bis nahezu Diamantenhärte zu bringen (heißt dann DLC: Diamond Like Coating). Allerdings müssen nahezu alle Edelstahlarmbänder mit einem Werkzeug eingestellt werden. Das geht fix, kostet im Fachhandel normalerweise nicht die Welt, und kann vom geübten Bastler auch mit eigenem Werkzeug vorgenommen werden. Dabei werden einfach die überflüssigen Glieder herausgenommen, und schon passt die Uhr. Das Edelstahlarmband ist robust, rostet nicht, und kann daher ohne Probleme mit nahezu allen Substanzen in Verbindung gebracht werden. Wo es allerdings für die Haut drum herum gefährlich wird, kann es dann auch beim Armband eng werden. Allerdings hat man in dem Fall dann meistens andere Probleme, als ein kaputtes Armband. Stichwort Robustheit: Edelstahl ist zwar recht hart, kann aber durch Stein und Glas leicht verkratzen. Besonders auf polierten Stellen machen sich Mikrokratzer recht schnell bemerkbar. Das ist aber normal, und sollte akzeptiert werden. Wer ein robusteres Material sucht, oder sich an Mikrokratzern stört, sollte dann zu Titanium oder Keramik greifen. Das ist auch die bessere Alternative für Allergiker. Allgemein aber ist das Edelstahlarmband das am weitesten verbreitete Armband. Durch die unterschiedlichen Ausprägungen und Farben gibt es hier definitiv keine Zuordnung – das Edelstahlarmband ist ein Allrounder.

Leder

Das Lederarmband ist ein ziemlicher Klassiker unter den Armbändern, nicht zuletzt weil es viele Vorteile bietet. Jedes Armband weitet sich mit der Zeit, und muss in den meisten Fällen irgendwann neu eingestellt werden. Auch verändert sich der Handgelenksumfang im Tagesverlauf, und was morgens ein angenehmer Sitz gewesen ist, kann nachmittags schon Schmerzen verursachen. Beim Lederarmband gibt es dieses Problem nicht. Es ist neben dem Silikonarmband das einzige Uhrenarmband, was sich ohne Werkzeug verstellen lässt - Sonderfälle mal ausgenommen. Ein ziemlicher Pluspunkt. Auch in Sachen Hautverträglichkeit gibt es bei Leder mitunter die wenigsten Probleme. Eingeklemmte Härchen wie beim Edelstahlarmband oder unangenehmes Schwitzen wie bei Kautschuk fallen auch weg, und machen Lederarmbänder eigentlich zum perfekten Kandidaten für das häufige Tragen. Problematisch wird es allerdings wenn es ins Wasser geht, die Uhr beim Sport getragen wird oder einer härteren Umgebung ausgesetzt ist: Das Lederarmband ist nicht unbedingt für häufigen Kontakt mit Wasser geeignet, vor allen Dingen nicht bei Chlor- oder Salzwasser. Dann lässt die Optik schnell nach, das Band wird porös und bricht schneller. Auch ist ein Lederarmband nicht unbedingt abriebfest, deswegen auch nicht für härtere Tätigkeiten geeignet. Damit ist es eher Kandidat für das Büro oder schickere Anlässe. Dann spielt das Lederarmband aber auf jeden Fall ganz weit vorne mit.

Keramik

Das Keramikarmband ist momentan wirklich stark im Kommen. Besonders Emporio Armani, DKNY und Michael Kors setzen auf Keramikuhren. Fast alle Topseller aus Edelstahl haben einen Doppelgänger aus Keramik in den aktuellen Kollektionen bekommen. Wieso eigentlich? Einerseits ist es kratzfest, und lässt damit die wesentlichen Probleme des Edelstahlarmbands hinter sich. Andererseits sieht es einfach wirklich gut und edel aus. Mittlerweile sind Keramikarmbänder in vielen Farben verfügbar, und nicht nur glänzende, sondern auch matte Finishes haben mittlerweile den Weg in viele Kollektionen gefunden. Und nicht nur die Armbänder, sondern auch die Gehäuse der Uhren sind aus Keramik gefertigt. Gibt es denn auch Nachteile? Klares ja. Keramik ist verwandt mit Glas, genauer genommen zählt Fensterglas zur Familie der Keramiken. Und da wären wir auch schon bei der Gemeinsamkeit: Wenn man die Keramikuhr mal auf den Fliesenboden fallen lässt, hat man schnell mal einen Scherbenhaufen. Zwar sind die Keramiken, aus denen Uhren und Armbänder gefertigt werden, um einiges robuster – aber trotzdem bleiben es Keramiken. Von daher sollte man auch beim Einstellen des Armbands Vorsicht walten lassen. Prinzipiell funktioniert es wie beim Edelstahlarmband. Allerdings verträgt das Armband keine dumpfen Schläge und kann leichter brechen. Von daher sollte man das Keramikarmband von der neuen Michael Kors nicht unbedingt bei Papa im Hobbykeller einstellen. Wer sollte sich denn für eine Keramik entscheiden? Da die Robustheit nicht mit der Edelstahluhr mithalten kann, findet die Keramik eher bei der Lifestylefraktion Zuspruch. Denn in puncto Optik hat die Keramik dem Edelstahl einiges voraus. In den letzten Monaten war ich in keinem Club, in dem ich nicht mindestens 3 Keramikuhren gesehen habe. Und das wird sich auch so schnell nicht ändern.

Titanium

Titanium ist von der Optik her vergleichbar mit mattem oder geschliffenem Edelstahl, und eigentlich aus der Medizintechnik bekannt. Genau deswegen eignet es sich perfekt für Allergiker. Und da es ein sehr leichtes Material ist, vor allen Dingen für die ein Geheimtipp, die ungerne schwere, klobige Uhren tragen. Uhren aus Titanium sind verglichen mit ihren Kollegen aus Edelstahl wirklich federleicht, und fühlen sich beim ersten Anfassen fast ein wenig unnatürlich an. Und trotzdem steht Titanium in Sachen Stabilität Edelstahl um nichts nach. Allerdings ist Titanium in der Herstellung und Bearbeitung ein relativ schwieriger Stoff, was sich dann auch letztendlich im Preis zeigt. Uhren und Armbänder aus Titanium sind in der Regel eine Ecke teurer als Edelstahl. Auch gibt es meines Wissens keine plattierten oder beschichteten Edelstahlarmbänder und –uhren, weswegen die Designmöglichkeiten bei Titanium recht begrenzt sind. Allerdings haben Titaniumuhren mittlerweile seinen festen Platz in den Kollektionen der großen Marken Skagen, Fossil oder Emporio Armani. Und für manch einen stellt Titanium wirklich die einzig sinnvolle Alternative zu Edelstahl dar.

Silikon/Kautschuk

Das Silikon- oder Kautschukarmband, weniger hochgestochen einfach Gummiarmband genannt, ist bei Sportlern, besonders bei Tauchern sehr beliebt. Allerdings hat das Silikonarmband vor ein paar Jahren auch eine Renaissance bei den Fashionuhren erlebt. Von daher sieht man es immer häufiger, und ist daher eine Erwähnung wert. In Sachen Tragekomfort einerseits vorne mit dabei, weil es sehr leicht ist. Andererseits schwitzt man darunter teilweise dann doch, weswegen es etwas unangenehmer als das Lederarmband ist. Sieht dafür aber auch sehr sportlich aus, und ist daher eine klare Abgrenzung gegenüber dem eher klassischen Lederarmband. Apropos sportlich: Dadurch, dass das Silikonarmband sehr resistent gegen Schweiß, Salz- und Chlorwasser ist, wird es zum Beispiel von Läufern, Leichtathleten, Schwimmern, Triathleten und Tauchern bevorzugt verwendet. Und ist damit natürlich in diesem Bereich auch perfekt zu Hause. Zum Beispiel werden alle mir bekannten Pulsuhren, zum Beispeil von Timex, nur mit Silikonarmbändern ausgestattet. Achtung aber bei hellen Farben: Das Armband verfärbt sich mit der Zeit, vor allen Dingen wenn es öfters Schweiß ausgesetzt ist. Es sollte daher entweder öfters gereinigt werden, oder man greift lieber gleich zu einem dunkleren Ton.

Fazit

Je nach Typ und Verwendungszweck sollte man sich bewusst für ein Armband entscheiden. Die optischen Faktoren sind natürlich mitunter die Wichtigsten. Darüber hinaus sollten aber Allergiker und Sportler genau hinsehen, wenn Sie sich für ein Armband entscheiden. Und gerade wer länger Freude an seiner Uhr haben möchte, sollte die Hinweise oben beachten. Ich bin jetzt wahrscheinlich etwas über die 3 Minuten hinausgeschossen, aber ich denke, das war es wert.

Vielen Dank fürs Lesen! Dieser Blog wurde verfasst von Tom. Anmerkungen, Kommentare oder Fragen zu diesem Post? Schreibt mir an tom@faszinationzeit.de.



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